Dr. med. Luise Kommerell
Dr. med. Frank Kommerell
Fachärzte für Augenheilkunde
Fabrikstraße 8
85354 Freising
Telefon: 08161 - 94148
MERKBLATT  M3-001-06 (ersetzt MB M3-001-05)
Schwimmen und Tauchen mit Schwimmbrillen  
Die Verwendung von Schwimmbrillen beim Schwimmtraining und Wettkampf ist weit verbreitet.
Schwimmbrillen ermöglichen das Sehen unter Wasser und schützen die Augen vor Chlor- und Salzwasser.
Aufgrund ihrer Konstruktion ist bei der Verwendung von Schwimmbrillen allerdings keine Möglichkeit zum Druckausgleich bei auftretenden Druckdifferenzen gegeben. Hier unterscheiden sich Schwimmbrillen grundlegend von Tauchbrillen. 

            
Schwimmbrille ohne                 Tauchbrille mit Nasenerker
Druckausgleichsmöglichkeit      zum Druckausgleich
  
Die Medizinische Leitung weist daher darauf hin, dass die Verwendung von Schwimmbrillen grundsätzlich dem Schwimmen an der Wasseroberfläche vorbehalten ist. 

Eine Verwendung bei Tauchübungen kann bereits beim Aufsuchen von zwei bis drei Meter  Wassertiefe Schädigungen des Auges und umliegenden Gewebes in Form von Unterdruckbarotraumen hervorrufen.

 
Während im Merkblatt des Jahres 2005 aus Sicherheitsgründen noch eine maximale Tiefe von 60 cm angegeben wurde, haben neuere Untersuchungen* zwischenzeitlich ergeben, dass Expositionen (< 30 sec) in bis zu 2 m Wassertiefe bei gesunden Personen keine Schäden hervorrufen.

 
Die Verwendung von Schwimmbrillen bei Tauchübungen z.B. im Rahmen der Rettungsschwimmausbildung (z.B. Heraufholen eines Gegenstandes aus drei bis fünf Meter Wassertiefe gem. Prüfungsordnung) sollte zur Vermeidung von Schäden möglichst vermieden werden.

 
Gegen eine Verwendung beim z.B. Kinder- bzw. Schulschwimmen oder im Rettungssport mit kurzen Tauchübungen bis 2 m Wassertiefe ist nichts einzuwenden.  

Für alle weitergehenden Tauchübungen in größeren Wassertiefen sind grundsätzlich geeignete Tauchbrillen mit der Möglichkeit des Druckausgleichs zu verwenden.

 
Die im Rettungssport häufig verwendeten „Schwedenbrillen“ können aufgrund ihres harten, direkt auf dem Auge dichtenden Randes, unabhängig von einer Druckexposition Schäden hervorrufen.

 
gez. Dr. Peter Pietsch
Bundesarzt 
Medizinische Leitung  
Im Niedernfeld 2 ;31542 Bad Nenndorf
Telefon: 0 57 23 .  955 - 420
Telefax: 0 57 23 .  955 - 529
 
 *SCHNELL et al. „Tauchen mit Schwimmbrillen“, 2006
 
 
                                                                                                                                                                        zurück