Dr. med. Luise Kommerell
Dr. med. Frank Kommerell
Fachärzte für Augenheilkunde
Fabrikstraße 8
85354 Freising
Telefon: 08161 - 94148
Was ist eine Makuladegeneration?

Bei einer Makuladegeneration geht die zentrale Sehschärfe eines Auges ganz oder teilweise verloren. Die Makula - auch „gelber Fleck" genannt - liegt in einem kleinen Netzhautareal in der Mitte des Augenhintergrunds (Abb. 1). Dieser nur wenige Quadratmillimeter große Fleck befähigt uns zum zentralen Sehen und damit zu den wichtigsten Sehleistungen: Lesen, Erkennen von feinen Einzelheiten, Unterscheiden von Farben. Die ganze übrige Netzhaut nimmt nur Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahr. In der gesunden Makula gibt es keine Blutgefäße. Es herrscht trotzdem ein reger Stoffwechsel, dessen Abbauprodukte von der darunter liegenden Gewebsschicht, dem Pigmentepithel, entsorgt werden. Läßt diese Leistung im Alter nach, sieht man in der Mitte des Gesichtsfeldes verschwommen, verzerrt oder einen dunklen Fleck. Da nur die Netzhautmitte betroffen ist, bleibt das Gesichtsfeld zu den Seiten hin, das periphere Gesichtsfeld, erhalten. Das bedeutet, daß Sie z.B. eine Uhr sehen, die Uhrzeit jedoch möglicherweise nicht erkennen können.
 
Abb.1
 
Führt die altersabhängige Makuladegeneration zur Erblindung?

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) führt nicht zur Erblindung. Selbst im späten Stadium, wenn die zentrale Sehschärfe verloren sein sollte, kann man im täglichen Leben mit dem Gesichtsfeld außerhalb des Zentrums einigermaßen zurechtkommen und das Leben alleine bewältigen. Allerdings kann die zentrale Sehschärfe derart gemindert sein, daß der betroffene Patient einen Anspruch auf Blindenhilfe geltend machen kann. Eine AMD kann auch von selbst zum Stillstand kommen.
 
 
Was ist die Ursache für die altersabhängige Makuladegeneration?

Die altersabhängige Makuladegeneration tritt wegen der steigenden Lebenserwartung immer häufiger auf. Im höheren Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, daß es zu Störungen des zentralen Sehens kommt. Die Ursachen für die AMD sind noch nicht eindeutig geklärt. Offensichtlich spielen dabei mit dem Alter zunehmende Ablagerungen, die sich in einer Gewebeschicht unterhalb der Netzhaut im Laufe des Lebens ansammeln, sowie Stoffwechselstörungen in bestimmten Netzhautschichten eine Rolle.

Man unterscheidet zwei verschiedene Verlaufsformen: „trockene" und „feuchte" Makuladegeneration.
 
 
„Trockene" Makuladegeneration

Die „trockene" Form wird am häufigsten beobachtet. Man erkennt zu Beginn bei den Augenhintergrunduntersuchungen u.a. kleine gelbliche Ablagerungen, sog. Drusen, unter der Netzhaut. Das Sehen ist allenfalls geringfügig eingeschränkt. Im sehr viel selteneren Spätstadium der trockenen Form gehen Sinneszellen zugrunde, und das zentrale Sehen verschlechtert sich erheblich.
 
                    
 
 
Symptome der altersabhängigen Makuladegeneration

Die angegebenen Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Manchrnal wird nur ein Auge betroffen, während das andere für viele Jahre gut sieht. Mögliche Symptome:
  1. Gerade Linien erscheinen verbogen, z.B. ein Fensterrahmen („Verzerrtsehen").
  2. Die Farben wirken blasser.
  3. Worte auf einer Schriftseite sind verschwommen.
  4. Das Zentrum des Gesichtsfeldes erscheint leer oder als grauer Fleck. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Da eine bereits eingetretene Schädigung der Netzhaut nicht rückgängig gemacht werden kann, kommt der Prophylaxe und früh einsetzenden Therapie große Bedeutung zu.Viele Studien zeigen, dass eine Behandlung der trockenen Makuladegeneration mit hochdosierten Mikronährstoffen das allmähliche Nachlassen der Sehschärfe verlangsamen kann.
Für die „trockene" altersabhängige Makuladegeneration steht bislang keine wirksame Behandlung zur Verfügung. Eine positive Wirkung sollen Vitaminpräparaten ( Lutein und Zeaxanthin ) haben.
 
Zu warnen ist vor Heilmethoden, die viel versprechen und nichts halten. Akupunktur, Infusionsbehandlungen, Gabe von Sauerstoff, Spritzen hinter das Auge und was immer auch an „Wundermitteln" angepriesen wird, das alles hilft nur dem Anbieter und kostet Sie viel Geld.Vor allem , wenn der Anbieter eine "Gehimmixtur" verwendet sollte Vorsicht geboten sein. Erfolge, von denen in den Medien manchmal berichtet wird, erklären sich zum Teil dadurch, daß die Makuladegenration von selbst zum Stillstand kommen und die Sehschärfe sich gelegentlich sogar spontan etwas bessern kann.
 
 
Prophylaxe
 
Risikofaktoren sollten vermieden werden. Hierzu zählen z.B. Bluthochdruck, Rauchen, vitamin- und mineralienarme Ernährung sowie vermehrte Belastung durch UV-Strahlen (Sonnenlicht, Solarium).
Z.B. erhöht Rauchen das Risiko an einer Makuladegeneration zu erkranken um das Vierfache!
Grundsätzlich gilt : alles was der allgemeinen Gesundheit dient, kommt auch dem Auge zugute.
 
 
 Sehtest mit dem Amsler-Netz

Sie können die Funktion Ihrer Makula regelmäßig mit dem sog. „Amsler-Netz" testen.
Die Selbstuntersuchung mit dem Amsler-Netz ist einfach:
  1. Tragen Sie Ihre Lesebrille und schauen Sie auf das Netz im normalen Leseabstand.
  2. Bedecken Sie ein Auge.
  3. Schauen Sie direkt auf das Zentrum des Netzes mit dem kleinen schwarzen Punkt.
  4. Während Sie auf das Zentrum des Netzes schauen, achten sie darauf, ob alle Linien des Netzes gerade, bzw. ob sie in bestimmten Bereichen verzerrt, verschwommen oder un-scharf sind.
  5. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit dem Partnerauge.
  6. Erscheinen Linien krumm oder Quadrate verbogen, suchen Sie Ihren Augenarzt auf und schildern Sie Ihre Beobachtung.
      
 
Dadurch können Sie frühe Veränderungen des Sehens feststellen, die Ihnen sonst nicht auffallen würden.Es ist sinnvoll, das Amsler-Netz regelmäßig anzusehen um rechtzeitig Veränderungen festzustellen und  Ihren Augenarzt aufzusuchen.