Dr. med. Luise Kommerell
Dr. med. Frank Kommerell
Fachärzte für Augenheilkunde
Fabrikstraße 8
85354 Freising
Telefon: 08161 - 94148
Was ist eine Makuladegeneration 

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist in den industrialisierten Ländern eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Die fortschreitende Zerstörung der Netzhautmitte führt bei den Betroffenen zu einer Abnahme der zentralen Sehschärfe mit Verzerrtsehen, Verlust des Lesevermögens und einem Ausfall des zentralen Gesichtsfeldes, so dass Verrichtungen des täglichen Lebens nicht mehr ausgeführt werden können.
25% aller Menschen über 65 Jahren betroffen
 
In Deutschland leiden 25 Prozent aller Menschen über 65 Jahren an einer Makuladegeneration. Bei etwa 7 Prozent der über 75 jährigen schreitet sie fort bis zum Verlust des Lesesehvermögens.
 

Ursachen nicht geklärt, aber schädigende Einflüsse bekannt

Die Ursachen der AMD sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Offensichtlich spielen Lebensalter, eine familiäre Veranlagung sowie das Rauchen und Erkrankungen des Gefäßsystems eine Rolle. Zwei Formen werden unterschieden. Bei der sogenannten "trockenen" Makuladegeneration kommt es zu einem Ausfall des Sehpigmentes und einer nur langsam fortschreitenden und nur mäßigen Minderung der Sehkraft. Die "feuchte" (exsudative) Makuladegeneration ist mit ausgeprägten Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut verbunden. Es entstehen neue, fehlgebildete Blutgefäße (sogenannte Neovaskularisationen), die unter die Netzhaut wachsen und zu ausgedehnten Blutungen und einer plötzlichen starken Herabsetzung des Sehvermögens führen. Diese Gruppe von Patienten hat die schlechteste Prognose und muss damit rechnen, die zentrale Sehschärfe auf beiden Augen innerhalb von wenigen Jahren zu verlieren.
 

    
Exsudative AMD
 
Bisherige Therapie: Verödung fehlgebildeter Blutgefäße mit dem Laser
 
Die einzige Behandlungsmöglichkeit der "feuchten Makuladegeneration" mit Gefäßaussprossungen unter die Netzhaut war bis vor wenigen Jahren die Verödung der krankhaft gebildeten Gefäße mit dem besonders intensiven Argon-Laser. Dabei wurden neben der Wucherung auch die benachbarten Sinneszellen zerstört, so dass die behandelten Patienten kurzfristig einen zusätzlichen Sehverlust und langfristig nur einen sehr begrenzten Nutzen hatten (sog. MPS-Studie).
 
Die feuchte (exsudative) Form der AMD ist durch einen raschen Verlust der zentralen Sehkraft gekennzeichnet. Neue Blutgefäße wachsen von der Aderhaut ausgehend unter der Makula. Aus diesen neuen Gefäßen tritt Flüssigkeit aus. Dies führt zu einer Schwellung des Gewebes (Ödem). Die Flüssigkeit hebt die Netzhaut von der Gefäßhaut ab und sorgt damit für eine zunehmende Verschlechterung der Sehfunktion.
Erste Anzeichen einer Makuladegeneration sind optische Verzerrungen, gerade Linien werden als gekrümmt wahrgenommen und Gesichter werden nicht mehr erkannt. Des Weiteren werden mitunter "Nebelsehen" oder "Verschwommensehen" angegeben. Auch können nicht zu entziffernde Schilder in der Ferne einen ersten Hinweis auf eine Makuladegeneration geben. Nach und nach kann die Sehschärfe weiter abnehmen, fixierte Gegenstände erscheinen immer unschärfer. Schließlich wird in der Mitte des Gesichtsfeldes ein großer dunkler Fleck wahrgenommen. Beim Auftreten von derartigen Symptomen sollte möglichst rasch ein Augenarzt aufgesucht werden.
 
Therapie

Für bestimmte Formen der Erkrankung gibt es heute Behandlungsmöglichkeiten. Diese greifen aber nur dann, wenn früh therapiert wird, das heißt, der Früherkennung kommt eine besondere Bedeutung zu. Seit dem Frühjahr 2007 stehen für das Auge zugelassene Medikamente zur Verfügung, die in den meisten Fällen die Sehschärfe erhalten, in einigen Fällen sogar verbessern können.
 
Behandlung der exsudativen AMD:
 
Anti-VEGF Therapie:
Ein neuer Therapieansatz ist die Behandlung mit einem Antikörper gegen einen Wachstumsfaktor der Gefäßneubildung im Auge. Dieser fördert die Neubildung von Gefäßen unter der Stelle des schärfsten Sehens. Durch Bindung des Antikörpers an den Wachstumsfaktor verkleben die neugebildeten Gefäße und die Schwellung des Gewebes nimmt ab. Der Antikörper wird in das Auge eingespritzt (intravitreale Injektion). Die Behandlung wird alle 4 Wochen wiederholt und muss über einen längeren Zeitraum (z.B. 4 Monate) durchgeführt werden. Mit dieser neuen Methode kann in den allermeisten Fällen die Sehschärfe erhalten, in einigen Fällen sogar verbessert werden. Die zugelassenen Medikamente sind Ranibizumab (Lucentis®) bzw. Pegaptanib (Macugen®).
 

Photodynamische Therapie

Bei bestimmten Formen der exsudativen AMD kann die Photodynamische Therapie (PDT) erfolgen. Bei der PDT wird ein Medikament intravenös verabreicht, das sich in den neuen Gefäßen anlagert und dort durch Laserlicht mit geringer Energie aktiviert wird. Das aktivierte Medikament verschließt die neu gebildeten, abnormalen Gefäße. Die PDT wird mit der Einspritzung von Kortison in das Innere des Auges kombiniert. Bestimmte Fälle der exsudativen Form der AMD können durch die PDT zum Stillstand gebracht werden
 


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